Dr. Ortlieb Fliedner (Rechtsanwalt, Bonn) stellt ein bekanntes Zitat auf den Prüfstand

Ein Satz von Hanns Joachim Friedrich wird zum journalistischen Leitbild

Demnächst wird wieder der Hanns Joachim Friedrich Preis an gute Journalisten oder Journalistinnen verliehen. Dann wird wieder landauf landab ein Satz Konjunktur haben, der Hanns Joachim Friedrich zugeschrieben wird:

Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache, dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört.

Ob Friedrich diesen Satz so gesagt hat, ist umstritten. Immerhin ist dieser Satz in voller Länge prominent auf der Umschlag-Rückseite seiner Autobiografie Journalistenleben von 1994 abgedruckt.

Es soll hier auch nicht darum gehen, ob und in welcher Form Friedrich sich in diesem Sinn geäußert hat und was er wirklich mit diesem Satz gemeint haben könnte. Dazu gibt es viele Stellungnahmen und Interpretationen, sowohl befürwortend als auch ablehnend. Entscheidend ist vielmehr, dass dieser Satz an Universitäten, Journalistenschulen und im Volontariat gelehrt wird und dass er für viele Journalistinnen und Journalisten zum Leitbild geworden ist.

Und dieses Leitbild möchte ich im Folgenden unter dem Gesichtspunkt der Rahmenbedingungen, unter denen Journalistinnen und Journalisten arbeiten, auf den Prüfstand stellen.

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