Über die Erfindung des „investigativen Spielfilms“ sprach der Regisseur, Filmproduzent, Dokumentarfilmer, Drehbuchautor und Sachbuchautor Daniel Harrich vor dem IÖR in Köln. Um an der Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks mitzuwirken, habe er sich entschieden, Spiel-oder Dokumentarfilme zu machen. Wichtig sei für ihn, die nächste Generation zu erreichen. Dabei sei Optimismus zwingend notwendig, so Harrich.

Zu diesem Thema begrüßte der IÖR die Generalsekretärin der ARD. Dr. Susanne Pfab erläuterte den Stand des Verfahrens und gab einen profunden Überblick über strategische Vorhaben der ARD, der zahlreiche Nachfragen auslöste.

Über KI und die neue digitale Welt sprach der stellvertretende Programmchef von 1Live, Dennis Horn, der das „Innovation Hub“ der ARD mitentwickelt hatte.

Wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk mit Rechtsextremisten umgeht – diese Frage stand im Mittelpunkt einer Diskussion mit der WDR-Chefredakteurin Ellen Ehni. Ein Thema – darin war man sich schnell einig -, das leider auf der Tagesordnung bleibe. Bei allen Chancen, die KI bietet, gelte für sie immer noch das Prinzip „Menschen folgen Menschen“ und deshalb seien zum Beispiel auch Moderatoren nicht durch Maschinen zu ersetzen.

Die Erarbeitung einer Stellungnahme zum Medienänderungsstaatsvertrag stand im Mittelpunkt eines Treffens der Mitglieder und Freunde des IÖR, zu dem aus der Schweiz Prof. Dr. Otfried Jarren zugeschaltet war, der am Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich lehrt. Jarren wies auf besonders problematische Punkte im Vertragsentwurf hin, die u.a. die Frage der Presseähnlichkeit oder die Vernachlässigung der Mehrsprachigkeit betrafen. Jarren sprach sich ferner für eine Deregulierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und eine effektivere Steuerung des Transformationsprozesses aus.

Die WDR- Medienkompetenzkoordinatorin Ute Teigler stellte die Arbeit mit Schulklassen vor, die unter professionellen Bedingungen für einen Tag in WDR-Studios unter Anleitung von Profis eigene Sendebeiträge erarbeiten. Im Anschluss an Vortrag und Diskussion konnten Freunde und Mitglieder des IÖR das „Kinderstudio“ besuchen, um bei der Erstellung von Beiträgen hautnah dabei zu sein.

Die Bundestagsabgeordnete Tabea Rößner sprach über „Medienpolitik und Digitalpolitik quo vadis?“ Rößner war eine treibende Kraft des von den Ländern Rheinland-Pfalz und Hamburg 2011 eingereichten Normenkontrollverfahrens vor dem Bundesverfassungsgericht zum ZDF-Staatsvertrag. Für sie sei eine Kernfrage, wie man eine Debatte über Innovationen iim ÖRR in Gang bringen könne. Die Sender müssten selbst einen Beitrag zur öffentlichen Bewusstseinsbildung leisten, um ihre gesellschaftliche Rolle herauszustreichen.

Prof. Dr. Martin Andree stellte sein neues Buch vor und regte damit eine lebendige Diskussion über die globalen Tech-Plattformen an.

Armin Maiwald, der „Vater der Maus“, präsentierte seine Gedanken zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Ins Stammbuch schrieb er allen, sich auf den öffentlich-rechtlichen Auftrag zu besinnen.